An diesem Winterabend



Die Luft an diesem Dezemberabend ist klar.

Sie schmiegt sich an ihn, als sie die dunkle Allee, begleitet von verschneiten Bäumen und schneebedeckten Feldern, entlang gehen. Nur vereinzelt scheint Licht von Laternen zwischen den Baumreihen hervor.

Den Blick auf den Weg gerichtet, hält er einen Moment lang inne. »Sag, liebst du mich?«

»Ja.« Sie sieht ihn nicht an, während sie spricht, doch ihre Stimme klingt aufrichtig.

»Wie sehr?!«

»Ich würde alles tun, um bei dir zu sein!«

Sekunden verstreichen, ehe er sie zu einer kleinen Bank, am Rande der Allee führt.

»Dann zieh deine Schuhe aus«, entgegnet er plötzlich.

Sie setzt sich und scheint einen Moment lang nachzudenken.

»Das war keine Bitte.«

Da war er wieder – dieser dunkle, ruhige Ton, der ihr Herz ein klein wenig schneller schlagen lässt.

»Es ist kalt«, sagt sie und wartet ab.

»Ich weiß.« In seiner Stimme liegt eine Selbstverständlichkeit, die sie nicht leugnen kann und die ihr zeigt, dass ihr kleines Spiel begonnen hatte.

Ihr Blick ruht auf ihm, ehe sie vorsichtig schluckt und den ersten, der beiden Stiefel, von ihrem Fuß streift. Keiner von ihnen sagt ein Wort, ehe der Zweite, dem Ersten folgt.

»Die auch«, sagt er, in eben demselben Ton, während er auf ihre Socken zeigt.

Ihr Atmen ist tief und hörbar. Sie wendet den Blick ab, während sie den kuscheligen Stoff von ihren Füßen schiebt und die bloßen Fußsohlen, einen nach dem anderen, auf den verschneiten Boden stellt. Sofort breitet sich ein Ziehen in ihren Fußsohlen aus.

Keiner von ihnen spricht ein Wort.

Sie sieht ihn an – Ihre Wangen haben sich vor Kälte und Erregung dunkelrot gefärbt.

»Komm her …!«, flüstert er und seine Stimmte klingt erregt.

Sie schließt die Augen, stützt sich vorsichtig an der Bank ab und erschaudert, als ihr Körpergewicht ihre nackten Füße tief in den Schnee drückt.

Auch er erschaudert.

Sie steht dicht vor ihm – barfuß – im kalten Schnee – und es ist ihm schier unmöglich zu leugnen, dass er sie will! Am liebsten hier und jetzt …!

Seine Hände berühren ihr Gesicht, streichen über ihre heißen Wangen. Ihre Augen sind noch immer geschlossen, während das anfängliche Ziehen zu einem schmerzhaften Beißen wird. Ihre Lust und ihr Schmerz treffen hart aufeinander, als er sie küsst.

In dem Augenblick, in dem er sich wieder von ihr löst, hebt er sie von den Füßen. Verwundert öffnet sie die Augen und spürt sogleich die Bank unter ihren Oberschenkeln.

»Das ist genug«, entgegnet er schwer atmend, während er ihr die Socken und anschließend die Stiefel über ihre Füße zieht. »Zuhause sehen wir weiter …«

Ende

3 Comments
  1. SonnigeAlm

    Die Geschichte ist schön. *.*

  2. QueenUnicorn

    Huch, schon zu Ende? Fand es ein wenig kurz. Gerade heiß gelesen und schon Ende. Wie geht’s weiter?

    • Kim Krüger

      Ich weiß, das war ein wenig gemein. Die Geschichte heizt an, aber verrät nicht viel – sie überlässt der Fantasie was genau „zuhause“ passiert.

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